Unser Ratgeber rund um Schwedenfeuer und Altholz

Was ist ein Schwedenfeuer?

Das Schwedenfeuer (auch Schwedische Kerze, Finnenkerze, Schwedenfackel, Sibirische oder Russische Baumfackel) ist eine Wärme – und Lichtquelle aus einem senkrecht stehenden, in der eingeschnittenen Mitte brennenden Baumstamm. Das sagt zumindest Wikipedia! Doch für uns ist ein Schwedenfeuer weit mehr und so wollen wir Dich hier in die Welt der Schwedenfeuer, Finnkerzen, Schwedenfackeln, Baumfackeln, usw. entführen und Dir vieles Schöne, Nützliche, Interessantes über das Schwedenfeuer erzählen.

Das Schwedenfeuer und seine Geschichte

Laut Überlieferung heizten und beleuchteten die Schweden im Dreißigjährigen Krieg ihre Soldatenlager mit diesen brennenden und glühenden Holzstämmen. Dies hatte den Vorteil, dass die Truppen kein eigenes Brennholz mitführen mussten, sondern sich vor Ort versorgen konnten, da auch frisch geschlagenes Holz durch den Kamineffekt brennen kann.

Damals mussten sie sich jedoch mit einer Hand- oder Bügelsäge oder einer Axt als Herstellungswerkzeug begnügen

Herstellung eines Schwedenfeuers

Für die Herstellung eines Schwedenfeuers ist ein entasteter Baumstamm nötig. Dieser sollte einen Durchmesser von 30 bis 60 Zentimeter haben und eine Länge von 30 bis 150 Zentimeter. Die besten Holzarten sind harzige Nadelhölzer: Fichte, Tanne und Kiefer. Laubhölzer funktionieren zwar, fangen aber recht früh zu glimmen an. 

Das Holz sollte nicht zu trocken sein, sonst brennt es sehr rasch ab. Doch gilt, dass wir eine Lagerung von mindestens 6 Monaten empfehlen und dabei eine Restfeuchte von unter 15% erreichen wollen. Übrigens: Das Verbrennen von Holz mit einer Restfeuchte von mehr als 25% ist laut Immissionsschutzgesetz in Deutschland verboten!

Holz ist Schön - Diagramm Restfeuchte

Brennwert in Bezug auf Restfeuchte

Die folgende Grafik zeigt die Abhängigkeit des unteren Heizwertes von der Holzfeuchtigkeit bei Nadelholz und Laubholz.

Bezogen auf die Masse (Gewicht) des Holzes ist der Unterschied der einzelnen Holzarten im Heizwert vernachlässigbar gering.

Mann kann jedoch gut erkennen, wie sich der Brennwert in Bezug auf die Restfeuchte verändert. 

Auf Schwedenfeuer bezogen, bedeutet das letztendlich, dass ein zu nasses Stück Holz schlecht brennt, maximal glimmen wird und keine zufriedenstellendes Erlebnis bringt.

Unser Survival Tipp für die Outdoorfreaks

Auch ohne Bohrer lässt sich eine Baumfackel in der Natur schnell herstellen. Dazu wird mit einer Säge in gewünschter Bodenhöhe (ca. 5–10 cm) für den „Feuerboden“ ein Schnitt über die Mitte hinaus (ca. 3/5) eingesägt. Wie auf dem Bild  an der blauen Linie die Teilstücke abspalten und am roten Strich den Kern entfernen. Lüftungsloch einsägen, oder das kleinere Teilstück von der Variante B für den Lüftungsabstand hoch heben. Zum Schluss die drei Teile zusammensetzen und z. B. mit Draht, Schnur oder Nägeln fixieren.

Holz ist Schön - Schwedenfeuer Herstellung

Sägen und Bohren

Der Stamm muss geschnitten werden: zwei zueinander orthogonale vertikale Schnitte werden mit einer Motorsäge bei stehendem Stamm senkrecht nach unten geführt, bis auf eine Bodenplatte von sechs bis acht Zentimetern, damit das Feuer nicht auseinanderbricht. Normalerweise teilt man den Stamm durch zwei Schnitte in Viertel, bei stärkeren Umfängen auch in Sechstel oder Achtel.

Falls der Schnitt zu einfach erscheint, kann mit weiteren Varianten experimentiert werden, eventuell zur Optimierung einer Kochgelegenheit: Sägen eines Luftzugs, zum Beispiel Schnitte von der Seite oder versetztes Vierteln von oben und unten; Höhlung im Mittelpunkt für Zünder; andere obere Einschnitte für veränderten Abbrand, zum Beispiel Stichkreuz (benötigt Luftzug) oder Schachbrettmuster.

Anzünden eines Schwedenfeuers

Entgegen der landläufigen Meinung sind wir nicht der Ansicht, dass Schwedenfeuer am leichtesten mit Paraffin angezündet wird! 

Wir benutzen ausschließlich BIO-Anzünder aus Holzwolle, die im übrigen i jedem Baumarkt oder Grillshop zu kriegen sind.

Um dem Schwedenfeuer noch etwas “Zunder” zu geben, empfehlen wir Euch in die Sägeschnitte Bienenwachs zu träufeln!

Wenn schon ein Lagerfeuer oder ähnliches brennt, kann man diesem, z. B. mit einer Schaufel, auch etwas Glut entnehmen und oben auf das Schwedenfeuer legen. Bei frisch geschlagenen Stämmen sollte das Schwedenfeuer zum Zünden umgedreht werden (Bodenplatte nach oben) und nach dem Anbrennen wieder auf die Bodenplatte gestellt werden.

Holzfäller schütten einfach ein wenig von ihrem Kettensägentreibstoff in die Mitte der Fackel, aber wer ist schon Holzfäller…

Holz ist Schön - Feuchtigkeitsmesser Holz

Um die Restfeuchte bei Hölzer festzustellen, ist ein recht günstiges und einfach zu handhabendes Messgerät im Fachhandel zu kriegen. Die verschiedensten Hersteller bieten diese Geräte an und so kannst Du ganz einfach die Restfeuchte feststellen. Wenn Du kein Meßgerät kaufen willst, scrolle einfach weiter, hier haben wir ein paar Tipps, wie es auch ohne geht…

Restfeuchte von Brennholz ohne Meßgerät testen

Quelle: adurofire.de (auch auf Schwedenfeuer anwendbar – wir haben es getestet!)

Es gibt verschiedene Methoden an Hand derer Du testen kannst, ob Ihr Holz trocken genug ist, um damit zu heizen.

  • Der Spülmitteltest
  • Der Schlagtest, der schnellen Hinweis darauf gibt, ob das Holz trocken genug ist
  • Der Sehtest. Schmutz, Schimmel und Pilz sind Indikatoren für Feuchtigkeit.
  • Der Feuchtigkeitstest mit Hilfe eines Feuchtigkeitsmessers. Erfahren Sie den exakten Feuchtigkeitswert Ihres Holzes.
 
 

Der Spülmitteltest – Puste in Dein Kaminholz

Anhand dieser Methode, kannst Du kinderleicht testen, ob Dein Holz trocken ist. Alles, was Du benötigst, ist herkömmliches Spülmittel.

So gehst Du vor:

1. Gib einen Tropfen Spülmittel auf das eine Ende des Holzstückes und verreibe den Tropfen leicht.

2. Puste auf der gegenüberliegenden Seite kräftig ins Holz.

Bilden sich auf der Seite mit dem Spülmittel nun Seifenblasen, ist das Holz trocken genug. Grund dafür sind kleine Kanäle im Holz, die das Wasser im Stamm transportieren. Fällt man Holz und legt es danach zum Trocknen, verdunstet dieses Wasser. Die Luft, die man in das Holz hinein pustet, kann sich also frei bewegen.

 

 

Der Schlagtest – Höre, ob Dein Holz trocken ist

Eine einfache Methode, um Dein Holz auf Trockenheit zu testen, ist der Schlagtest. Schlage dazu zwei Stücke Kaminholz aneinander. Dein Brennholz ist trocken, wenn der Klang hart und klingend ist. Feuchtes Holz, dahingegen, hat einen stumpfen Klang.

Dieser Test hat jedoch einige Nachteile, auf die Du aufpassen solltest:

  • Bei Frost und Minusgraden kann frisch geschlagenes Holz einen hohen und klingenden Klang erzeugen, obwohl das Holz noch nicht trocken ist.
  • Der Schlagtest gibt nur einen oberflächlichen Eindruck, sagt aber nichts darüber aus, ob das Holz im Kern trocken ist.
 
 

Der Sehtest – Schaue Dir Dein Holz genau an

Deine Intuition ist ein gutes Werkzeug, um das Feuchtigkeitsniveau Deines Kaminholzes zu bewerten.

Hier findest Du eine Checkliste für trockenes Holz.

Das Brennholz sollte:

  • trocken sein
  • sauber sein
  • hart sein
  • trockene Risse an beiden Enden haben
  • Schimmel- und Pilzfrei sein
  • nicht mehr nach Harz riechen
  • sichtbare Jahresringe haben
  • einen hellen Holzton haben. Viel Sonne färbt das Holz gelblich. Altes Holz wird gräulich. Häufig löst sich auch die Rinde.
 

Wenn Dein Brennholz diese Kriterien erfüllt, ist das ein gutes Zeichen, dass Dein Kaminholz trocken genug ist, um damit zu heizen (Mytting, Lars: Brænde).

Bäume und Hölzer